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	<title>Laufe Marathon &#187; Mann mit dem Hammer</title>
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		<title>Der Marathon war die Hölle</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 10:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko</dc:creator>
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<h3>Marathon von Halle nach Leipzig</h3>
<p>Ich bin ein Mensch der Erinnerung; Urkunden und Medaillen sucht man in meinem Umfeld fast vergeblich, denn ich brauche diese Sachen nicht. So muss ich schon im Vorfeld sagen, dass ich bis heut nicht wirklich die Zeit kenne, die ich beim Marathon von Halle nach Leipzig 2002 gelaufen bin. Es war irgendwas zwischen 3:45 und 3:50 h, wobei ich damals sogar noch mit einer Uhr unterwegs war. Es war eine Zeit in meinem Leben, in der ich ohne Uhr kaum laufen konnte. Zeit und Herzfrequenz bestimmten mein Leben.</p>
<p><strong>Start in Halle</strong><br />
Meine Erinnerungen an den Start vom Marathon in Halle sind nur noch sehr verschwommen; viele Neubauten, DDR Feeling und überhaupt nicht schön. Damals war es mein Ziel, eine Zeit von 3:30 h zu laufen und so war ich absolut fixiert auf diese Zielzeit, jeder Kilometer in 5 Minuten &#8211; und so wurden auch die einzelnen Kilometer abgespult. Wirkliche Freude habe ich aus heutiger Sicht damals nicht empfunden, der Focus Zeit nahm mir diese.</p>
<p>Die Laufstrecke von Halle nach Leipzig bot auch nicht gerade landschaftliche Hochgenüsse, aber man kann sich an so vielen anderen Dingen beim Laufen erfreuen &#8211; nur an diesem Tag hatte ich dafür kein Auge. Leider hatte ich bei den ersten 20 Kilometern auch kein Auge für die Verpflegung am Rand der Strecke. Und so rannte ich mit wehenden Fahnen fast ins Verderben.</p>
<p><strong>Mein schlimmster Lauf</strong><br />
Ab Kilometer 25 wurde mir komisch, schnell jede Verpflegung mitgenommen, massig Wasser gekippt, Bananen gefressen &#8211; was zu diesem Zeitpunkt aber total sinnlos war. Noch konnte ich dummerweise das Tempo halten, aber irgendwann war auch damit Schluss und es begann das fröhliche Sterben.</p>
<p><strong>Der Mann mit dem Hammer ist dagegen ein Weichei</strong><br />
Ich habe in meiner Läuferkarriere schon so manchen Tiefpunkt und Kampf erlebt, aber was dieser Septembertag für mich bereit hielt, ist schwer in Worte zu fassen. Irgendwo zwischen Kilometer 30 und 35 durchschritt ich den Eingang zur Hölle und diese ließ mich nicht mehr los. Der Mann mit dem Hammer erscheint dagegen wie ein Kindergeburtstag. Das Tempo wurde von Meter zu Meter langsamer und der Hunger und Durst immer und immer größer. Ich schleppte mich von Verpflegungsstation zu<br />
Verpflegungsstation und nahm alles mit was ich in die Hände bekam, Äpfel, Wasser, Tee, Bananen, um danach nach noch mehr zu verlangen. Es war mir unbegreiflich, was da geschah, weil Trinken und Essen beim Laufen nie wirklich ein Thema für mich waren und aus heutiger Sicht auch immer noch nicht sind.</p>
<p>Leipzig war erreicht, die Häuser sahen an einigen Stellen genauso fertig Aus, wie ich mich fühlte und das Sterben wollte kein Ende nehmen. Da war es wenig aufbauend, als 3 Kilometer vor dem Ziel ein Läufer vor mir zusammenbrach, aber glücklicherweise waren gleich Helfer zur Stelle, am liebsten hätte ich mich daneben gelegt.</p>
<p>Gern hätte ich geheult, mich in eine Ecke geschmissen, aber irgendeine Kraft trieb meinen Körper immer und immer weiter. Ich wollte gehen, es ging aber nicht. Schwäche zeigen, nein, niemals und da kam es dann: Das Zentralstadion &#8211; Ziel &#8211; Zuschauer. Hölle, alle Kraft zusammengenommen, ja nicht zeigen, dass man auf dem Zahnfleisch kriecht und einfach durch das Ziel gebissen.</p>
<p>Im Ziel die Schnauze voll und der Spruch: &#8220;Vielleicht hätte ich in der Vorbereitung auch mal einen langen lauf über 15 Kilometer machen sollen.&#8221; &#8211; Den Ausspruch: &#8220;Nie wieder!&#8221; kannte ich da nicht und kam auch nach dem Höllengang für mich nicht in Frage.</p>

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