6. Hallenmarathon in Senftenberg – ein Laufbericht

Am 21. und 22. Januar 2012 fand der nun schon sechste Hallenmarathon in der Senftenberger Niederlausitzhalle statt. Viele Läufer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland fanden den Weg nach Senftenberg, um auf einer 250 Meter Laufbahn verschiedenste Strecken in Angriff zu nehmen. Begrüßt wurden alle Läufer und Besucher mit einer liebevoll ausgeschmückten Halle. Und der äußere Eindruck sollte nicht täuschen: Auch die sechste Auflage war wieder ein Erlebnis der besonderen Art unter dem Hallendach. Da die Laufbahn nur eine gewisse Kapazität an Läufer zulässt, waren alle angebotenen Strecken auf ca. 60 – 75 Läufer limitiert. Und so war es wenig verwunderlich, dass bereits im Vorfeld fast alle Laufstrecken ausgebucht waren.

Der Hallenmarathon 2012 in Senftenberg

Ein langes Laufwochenende beim Hallenmarathon 2012 in Senftenberg

Draußen war es eher ungemütlich; es regnete und war kühl. Die Halle bot aber beste Bedingungen zum Laufen, auch wenn die Hallenluft für den einen oder anderen Läufer ein Problem darstellte. Weiterhin waren die Steilkurven in der Niederlausitzhalle gewöhnungsbedürftig, und gerade bei längeren Strecken kostete es beim Überholvorgang viel Kraft. Aber die Bedingungen waren für alle Sportler gleich, und jeder musste sich auf seine Art auf diese einstellen. Für die richtige Stimmung sorgte, wie in den letzten Jahren auch, der Moderator Stefan Bräuer. Mit seinem augenscheinlichen Lieblingsausspruch: “7, 8, 9, 10 – Spitze” möchte ich auch meinen Rückblick zum Hallenmarathon 2012-Wochenende beginnen:

250 Meter Kinderlauf (Samstag: 11 Uhr)

Neun Kinder in Alter von zwei bis acht Jahren gingen auf die 250 Meter Runde und eröffneten durch ihren Start das Laufwochenende. Die Siegerin aus der AK 8/9  brauchte für die ganze Runde gerade einmal 48,140 Sek., was eine beachtliche Leistung für dieses Alter darstellt. Für die richtige Stimmung bei den ganz Kleinen sorgte der Moderator Stefan, der sich einiges einfallen ließ, um die jungen Sportler bei Laune zu halten. Ein Spaß für die Kinder wie auch die stolzen Eltern und Zuschauer. Nach der Siegerehrung ging es um 11:30 Uhr mit dem 10 km Lauf weiter.

10 km (Samstag: 11:30 Uhr)

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich mittlerweile viele Läufer in der Niederlausitzhalle eingefunden, um sich auf die jeweiligen Strecken vorzubereiten. Bei den 10 Kilometern wurde es auf der Laufbahn richtig voll, es gingen 64 Läuferinnen und Läufer auf die 40 Runden. Durch modernste Technik wurde jede Runde der Sportler gemessen; jede Rundenzeit wurde der Urkunden hinterlegt. So konnte jeder Läufer nach dem Lauf noch einmal nachvollziehen, wie schnell er/sie auf jeder einzelnen Runde war, oder wo es richtig schwierig wurde. Der schnellste Läufer war Marcel Altenburg vom SCC Berlin mit einer Zeit von 38:37 min. Bei den Frauen holte sich Franziska Kranich vom OL Görlitz mit einer Zeit von 42:12 min den Gesamtsieg.

1 km (Samstag: 13:30 Uhr)

Auf der 1-Kilometer-Strecke wurden drei unterschiedliche Läufe gestartet. Einmal die Jungen der Altersklassen 6-13, dann die Mädchen und Frauen und zum Schluss die Männer. Beim besten Läufer blieb die Uhr nach 4 Runden nach einer Zeit von 2:52 min stehen.

3 km (Samstag: 14:30 Uhr)

Richtig eng wurde es bei den 12 Runden = 3 Kilometer. Ohne modernste Zeitmesstechnik wäre hier absolut nichts gegangen. Ständige Überhol- und Überrundungsmanöver machten es den Zuschauern nicht leicht, dem Laufgeschehen zu folgen. Die Läufer hatten aber sichtlich Spaß und gaben alles im Kampf gegen die Uhr. Marc Ueberfuhr (SV Grün-Weiß Elstra) war mit einer Zeit von 10:32 min der beste Starter bei den Männern, und Karin Just von der SG Weißig 1861 war mit 12:49 die schnellste Frau. 73 Akteure nahmen die 3000 Meter unter die Laufschuhe.

Siegerehrung der Lausitz Laufserie 2011 (Samstag: 15:30 Uhr)

Im Rahmen des Hallenmarathons fand auch in diesem Jahr die Abschlussveranstaltung/Siegerehrung zur Lausitz Laufserie statt. Es wurden die besten Läuferinnen und Läufer der jeweiligen Altersklassen mit Urkunden und Pokalen geehrt. 25 Laufveranstaltungen wurden im Rahmen der Lausitz Laufserie 2011 durchgeführt, wobei die sieben besten Läufe jedes Sportlers gewertet wurden. Um überhaupt in die Wertung der Lausitz Laufserie aufgenommen zu werden, waren mindestens vier Läufe erforderlich. Das Vorteilhafte am Hallenmarathon in Senftenberg ist, dass gleich für die aktuelle Lausitz Laufserie 2012 Punkte gesammelt werden konnten – am Samstag und am Sonntag.

10 km Paarlauf (Samstag: 16:30 Uhr)

33 Paare gingen beim 10 km Paarlauf an den Start. Ziel beim Paarlauf war, dass jeder Läufer eines Paares abwechselnd einen Kilometer läuft, bis fünf Kilometer pro Läufer absolviert wurden. Daraus ergaben sich 10 km, was in der Niederlausitzhalle 40 Runden bedeutete. Das schnellste Paar kam von der LG Asics Pirna (Dietmar Müller/Thimon Bernhardt), die in einer Zeit von 32:33 min durch das Ziel gingen. Knapp dahinter folgten Martin Buchholz/Daniel Naumann in 32:35 min.

Siegerehrung vom Hallenmarathon in Senftenberg 2012

Nachtmarathon (Samstag: 18:15 Uhr)

Der Start des Marathons verschob sich um knapp 15 Minuten. In der Halle wurde es ruhiger, und die meisten Sportler, die am Vormittag und Nachmittag am Start waren, verließen die Halle in Richtung Heimat. Dennoch kann der Marathon als eigentlicher Höhepunkt bezeichnet werden. In der Halle wurde es dunkel, und die Laufbahn war nur noch durch Scheinwerfer und LED-Lichter beleuchtet. Für die Marathonis hieß es 169 Runden und 338 mal die Steilkurven der Niederlausitzhalle zu bewältigen. Vor allem für die schnellen Läufer ist die Steilkurve nach vielen Kilometern beim Überholvorgang eine besondere Herausforderung, denn die Kurve kostet Kraft, und die Sehnen und Bänder werden einer größeren Belastung unterzogen. Während des gesamten Marathons gab es Musik aus der Konserve. Bei den Männern gewann Torsten Hentschel (HSG Turbine Zittau) den Marathon mit einem Start-Zielsieg in einer fabelhaften Zeit von 2:59:18 h. Sylvia Frühauf (MCV 2010 Osnabrück) siegte bei den Frauen mit einer Zeit von 3:51:54 h.  Von 60 Marathonis, die an den Start gingen, erreichten beachtliche 55 das Ziel. Hierbei sollte noch erwähnt werden, dass vom Veranstalter eigentlich ein Zeitlimit von fünf Stunden angesetzt wurde. Dennoch durften langsamere Läuferinnen und Läufer bis zum Schluss ihren Lauf absolvieren, auch wenn der letzte Läufer nach 5:35:14 h das Ziel erreichte. Ich denke, dies ist auch nicht überall üblich, denn für die Helfer und Veranstalter hieß es nach einem langen Tag nur kurz Schlafen, um für den Sonntag wieder fit zu sein.

Es gibt Menschen, für die ist ein Marathon schon etwas Verrücktes, ganz zu schweigen von einem Lauf in einer Halle. Aber es gibt Sportler, die brauchen es noch extremer. So dachten sich dies auch Stefan Bicher und Bernd Kalinowski vom Team Hanka, die erst mit einigen Minuten Verspätung in Senftenberg an den Start gehen konnten. Grund dafür: Diese beiden waren bereits am Vormittag in Leipzig den Wintermarathon in 5:15:15 h gelaufen, sind danach in die Niederlaustizhalle gefahren, um am gleichen Tag einen weiteren Marathon zu absolvieren. Stefan Bicher schaffte in der Halle eine Marathonzeit von 4:14:51 Stunden und Bernd eine Zeit von 4:39:42 Stunden. Verrückt und beachtlich zugleich.

Kurz vor Mitternacht kehrte dann endgültig Ruhe in die Niederlausitzhalle ein, und es ging für Helfer, einige Läufer und die Veranstalter in eine verdiente, aber kurze, Nachtruhe.

50 Kilometer (Sonntag: 8 Uhr)

Der zweite Tag startete mit dem 50 Kilometer Lauf, was 200 Runden in der Niederlausitzhalle bedeutete. Wie in den letzten Jahren auch gingen in diesem Jahr einige Doppelstarter in das Rennen. Am Samstag noch den Nachtmarathon gelaufen, und nach wenigen Stunden Schlaf gleich noch einmal die 50 Kilometer drangehängt. Und was macht Team Hanka? Die beiden Herren gingen natürlich auch bei den 50 Kilometern an den Start und finishten diese auch. Zum Schluss gaben sie dann sogar noch ein musikalisches Ständchen. Eine super Leistung; meinen Respekt und meine Hochachtung für beide Läufer.  Aber dies soll natürlich in keinster Weise die Leistung der anderen Sportler mindern. 58 Sportler/innen finishten die 50 km. Uwe Laenger (1. FC Union Berlin) brauchte für die 200 Runden gerade einmal 3:21:34 Stunden und siegte somit auf der 50 Kilometer Strecke. Nach einem kurzen Gespräch mit Organisator Achim Weidner erfuhr ich, dass es sogar Interesse von Läufern für einen 100 Kilometer-Lauf in der Halle geben solle. Meine Meinung dazu: Ich denke, diese Strecke würde durch genügend Interessenten gebucht werden. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage,  dass es nicht wenige Läufer geben würde, die sogar 24 Stunden in der Halle laufen und dafür nach Senftenberg kommen würden.

Aber letztendlich muss dies alles organisiert und durchgeführt werden. Veranstaltungen wie der Hallenmarathon leben von den Helfern und Freiwilligen, und diese sind nicht unbegrenzt verfügbar. Ich denke, wer Interesse hat, den Hallenmarathon 2013 als Helfer zu unterstützen, darf sich gern bei den Veranstaltern des Hallenmarathons melden. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei den Helfern der Veranstaltung bedanken, die die Läufe ordnungsgemäß über die Bühne haben gehen lassen und für das leibliche Wohl der Sportler sorgten.

50 km Ultralauf beim Hallenmarathon 2012

5 Kilometer (Sonntag: 14 Uhr)

Den Abschluss eines wundervollen Laufwochenendes bildete der 5 Kilometer Lauf am Sonntag. Für die 20 Runden benötigte der Gewinner Lars Krause nur 17:17:050 min. Nur einen Wimpernschlag dahinter folgte Andreas Pohle in 17:17:847 min.

Fazit

Nach Gesprächen mit anderen Sportlern und meinen Eindrücken des Wochenendes bleibt nur zu sagen: Vielen Dank für dieses tolle Läuferfest. Eine perfekte und liebevolle Organisation sorgte für viel Spaß, gute sportliche Leistungen und ein Rundum-Sorglos-Wochenende. Den Hallenmarathon 2013 sollten sich Läufer schon fest im Terminplan verzeichnen. Für die Sportler war eine reichhaltige Verpflegung verfügbar, die sie während der Läufe und natürlich danach nutzen konnten. Dazu gab es Massagen, was vor allem von den Marathonis und Ultras gern genutzt wurde. Jeder Läufer erhielt eine Urkunde, und für die Platzierten in den Altersklassen gab es kleine Präsente. Dazu konnten die ganz Kleinen sich auf einer Hüpfburg austoben. Nicht zu vergessen ist die Zeitmessung, welche wieder hervorragend organisiert war, was auf einer Laufbahn von 250 Metern mit vielen Läufer nicht selbstverständlich ist. Zeit zum Verschnaufen bleibt aber für das Team von Lausitzer Sportevents nicht lange, denn Anfang Februar gibt es in Burg den beliebten Frostwiesenlauf. Dort warten auf uns 10, 20 oder 30 Kilometer durch den winterlichen Spreewald.

(Fotos: Die im Artikel verwendeten Fotos wurden freundlicherweise von den Lausitzer Sportevents zur Verfügung gestellt und dürfen nicht von dieser Seite kopiert oder auf einer sonstigen Art verwendet werden. Die Rechte der Fotos liegen bei Lausitzer Sportevents.)

 

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