Gestern ging mein zweites und auch mit Abstand bestes Barcamp zu Ende. Viele Eindrücke, neue Perspektiven, Wissen und auch Bekanntschaften durfte ich vom Sommer-Camp in Alfeld mitnehmen. Aber jetzt mal der Reihe nach Punkt für Punkt das Wochenende abgearbeitet:
Am Freitag, dem 23.07.2010, um 10 Uhr, begann das “Abenteuer” Sommer-Camp 2010. Scheinbar fand das Wetter hier in der Lausitz die Idee nicht so gut und es regnete aus allen Kübeln – wunderbar, es sind ja zu Fuß “nur” 30 Minuten zum Senftenberger Bahnhof. Aber auch das Problem konnte sportlich gelöst werden und für die Strecke schnell und kurzfristig ein Chauffeur engagiert (vielen Dank Schwesterchen.) Pünktlich 2 Minuten vor der Angst saß ich endlich im Zug in Richtung Calau; von dort ging es weiter nach Berlin und Hannover. In Hannover etwas Zeit genommen und Kultur inhaliert, dabei auch dem Rathaus von Hannover einen Besuch abgestattet und einen Blick über die Dächer der Stadt geworfen. Fazit: Zwischenstopp hat sich gelohnt.
Danach noch 30 Minuten Bahn bis Alfeld gefahren, wo kurz nach 18 Uhr meine Reise ein Ende hatte. Wer jetzt irgendwelche Horrorgeschichten von der Zugreise erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Die Bahn war echt auf die Minute pünktlich und das auf der gesamten Strecke, die ich gefahren bin – Wahnsinn und Respekt…
Ab Alfeld Bahnhof sollte dann eigentlich ein Fußmarsch zur “Villa Ruhe” Anstehen (Veranstaltungsort des Sommer-Camps 2010). Aber am Bahnhof lief mir DerWebarchitekt, seines Zeichens Veranstalter des genialen Events, über den Weg und so kam ich in den Genuss mit einigen anderenTeilnehmern zur Villa per Auto gebracht zu werden.
Schon im Auto zeichnete sich eine lockere und freundliche Atmosphäre ab, die über das ganze Wochenende anhielt. Die “Villa Ruhe” bot das ideale Umfeld für das Sommer-Camp 2010 und der Name Ruhe kommt nicht von irgendwo her. Ruhig und gemütlich, das sind Attribute mit dem die Villa ruhig werben könnte.
Der Freitag stand ganz im Zeichen des Kennen lernens: Grillen, Bier trinken, viel Bier trinken, sehr viel… ach lassen wir das. Begeistert war ich von der unkomplizierten Art aller Anwesenden. Essen gab es reichhaltig, Getränke bis man buchstäblich nicht mehr konnte und ein schönes Bett für die Nacht war auch vorhanden und das alles an einem Ort – was will man mehr?! In diesem Sinn geht auch noch einmal ein besonderer Dank an meine netten Zimmerkollegen Silvio und Tim.
Am Samstag begann der Tag mit einem reichhaltigen Frühstück und weiteren Gespräche und natürlich konnte ich wieder neue interessante Menschen kennen lernen. Überhaupt war für mich dieses ganze Wochenende eine richtig große Kennenlernrunde, was sich schon aus dieser Sicht in allen Zügen gelohnt hat.
Mittlerweile landeten auch immer mehr Gäste in der “Villa Ruhe” und so konnten nach einer kurzen Ansprache vom Webarchitekten auch die Sessions beginnen. Hier einen kurzen Überblick über die Sessions, die von mir besucht wurden:
Blogger und PR
Die Session war eher eine lockere Diskussionsrunde zum Thema Blogger und PR. Hier gab es verschiedenste Sichtweisen zu hören und es entstand eine interessante Diskussion zum Thema.
Tote Webseiten und lebendige Texte
Das Thema ist für mich nicht neu und vieles, was vorgetragen wurde, war auch bekannt. Dennoch gab es hier noch einmal geballte Informationen zum Thema.
- Internet ist Text
- Mehrwert für den Kunden
- Texte pflegen/schreiben
- “Wenn nichts zu sagen ist, dann auch nichts schreiben.”
Informationsarchitektur (Michael van Laar)
Anhand eines Beispiels wurde hier die Informationsarchitektur einer Website durchgegangen und es war schon erstaunlich, welche Punkte gerade bei größeren Projekten beachtet werden müssen.
- Benchmark-Untersuchung
- Keyword-Recherche
- Usability Untersuchung
- Zielgruppen
- Entwurf der Navigatinsstruktur
Eine sehr aufschlussreiche Session, bei der ich auch einiges an neuem Wissen für meine tägliche Arbeit mitnehmen konnte. Leider war auch hier eine Stunde sehr schnell vorbei und es ging zur nächsten Session.
Linkbuilding(Alan Webb)
Diese Session war mit Sicherheit für viele Teilnehmer des Sommer-Camps einer der Höhepunkte des Wochenendes. Viel Wissen, kurzweilig vorgetragen, davon hätte ich auch noch 2 Stunden genommen, auch wenn schon eine Stunde gereicht hat, um den Kopf zum qualmen zu bringen.
Chancen, Risiken für Fotografen und User
Ohne Pause ging es um 16:30 Uhr weiter zum Thema Creative Commons und ich muss sagen, der Vortrag und die Diskussion haben mich noch mehr darin bestärkt, genau zu schauen, welche Fotos ich für meine Projekte nehme und welche nicht. Es ist schon ein reiner Wahnsinn, was alles beachtet werden muss, um mal nicht in eine Abmahnung zu laufen.
Xing – wie nutzt man Xing richtig (Torsten Maue)
Torsten betrachtet Xing als reine “Gelddruckmaschine” und erklärte einiges zum Thema Xing. Ich muss gestehen, das meiste war mir bekannt und einige Einstellungen von Torsten teile ich aus eigener Erfahrung nicht. Aber sein Weg ist für ihn der Erfolgreiche und das ist das Wichtigste. Ich glaube, jeder muss seine eigene Strategie bei Xing finden und vor allem auch wissen, was er wirklich bei Xing erreichen möchte. Auch hier war die Zeit leider wieder sehr schnell vorbei und ich hätte mir zum Thema noch eine offene Diskussion gewünscht.
Um 18:30 Uhr waren dann die Samstag-Sessions Geschichte und es ging wieder zum gemütlichen Teil des Tages über. Genauere Beschreibungen erspare ich mir dabei jetzt. Mein riesiger Dank geht an alle Teilnehmer, an die Leute, welche die Sessions führten, an die Sponsoren, an die Helfer im Hintergrund (und vor allem in der Küche) und natürlich an – DerWebarchitekt. Dein Mut hat sich echt gelohnt und Du hast da was ganz Besonderes geschaffen. Hut ab vor Deinem Engagement und Einsatz, einmalig So was und vor allem, wenn man weiß, was auch noch im Hintergrund bei Dir so in den letzten Tagen gelaufen ist. Ich würde mich sehr freuen, Alfeld und den Webarchitekten auch im Jahr 2011 wieder besuchen zu können. Ich nehme viele neue Erkenntnisse mit und vor allem auch weitere Ideen für mein erstes Barcamp hier in Senftenberg (auch Kleinstadt, auch weniger Leute, auch Schlafplätze), wobei da noch ein Schritt weitergehen werde #waldcamp – Ausgang ungewiss. Aber dies ist ein anderes Thema, welches ich in den nächsten Tagen genauer beleuchten werde.
Die Nacht zu Sonntag war wieder einmal viel, viel zu kurz, nach drei Stunden Schlaf ging es kurz nach 6 Uhr zum Bahnhof, um wieder die Reise in die Heimat anzutreten. Danke, danke, danke…. #sca10
Weitere Berichte vom SummerCamp 2010:
SummerCamp Alfeld (#sca10) – (m)ein Rückblick
Erlebnisbericht Summer-Camp Alfeld 2010
Das war das Summercamp Alfeld 2010
SummerCamp Alfeld – pre alpha early review
SummerCamp Alfeld 2010 Recap #sca10
Erstes schnelles Mini-Mini-Review

Servus Heiko,
vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Lass meine Sorgen stecken, wichtig ist, dass die kleine Weltreise für dich gelohnt hat. Alles andere kriege ich schon irgendwie unter’n Hut
Freut mich, dass es dir gefallen hat und somit mein Gedanke von einem BarCamp aufgegangen ist. Ich werde mich dazu später noch ausführlich in meinem Blog äußern.
Liebe Grüße,
Kai
Irgendwie ist mir in Erinnerung geblieben, dass du das “schöne Bett” nur sehr wenig genutzt hast
Ansonsten kann ich deinem Bericht über das SummerCamp nur voll und ganz zustimmen.
Nur schade, dass du am Sonntag schon so früh los musstest und daher die Sessions über “Twitter-Tools” von @tmmd und “Usability” vom @derWebarchitekt himself verpasst hast – war für mich beides sehr aufschlussreich.
Irgendwie hat mich jetzt ein wenig das BarCamp-Fieber gepackt und ich werde Hashtag #waldcamp auf jeden Fall im Auge behalten.