Laufbericht – “Rund um die Schafsbergschanze” 2010
Von Heiko | 21. Juni 2010 | Kategorie: Läufe | Keine Kommentare » TweetEin schönes Laufwochenende hatte ich mir kurzfristig bereitet. Nachdem ich am Samstag die 10 Kilometer in Großkoschen lief, ging es am Sonntag, 20.06.2010 mit dem Fahrrad ca. 35 Kilometer nach Großthiemig, in ein Dorf, welches in der Nähe von Ortrand liegt. Die Entscheidung fiel spontan am Samstag und musste am Sonntag nur noch umgesetzt werden.
Der Sonntag begann normal um 7 Uhr und es gab weder schwere Beine oder Muskelkater vom Vortag, also beste Vorzeichen für eine Reise nach Großthiemig zum 11. Lauf “Rund um die Schafsbergschanze”. Leider nahm ich es am Sonntag morgen nicht ganz so ernst mit der Zeit, packte in Ruhe die Laufsachen, nahm ein ordentliches Frühstück ein und schaute dann auf die Uhr: Auweia, kurz nach acht. Um zehn Uhr war Start in Großthiemig. Auf einmal wurde es hektisch: Radsachen an, Fahrrad aus dem Keller geholt, Rucksack auf den Rücken geschnallt und Helm auf. Viertel nach acht ging es endlich los. Nach drei Metern die erschreckende Erkenntnis: Gegenwind – “Das kann ja lustig werden!” Nach weiteren zwei Kilometern ein Blick ans Lenkrad: “Hier fehlt doch was…”, na klar fehlte was, das Fahrradschloss. In diesem Augenblick hatte ich mit dem Lauf abgeschlossen, also wieder zurück, Fahrradschloss geholt und um fünf Minuten vor halb neun einen zweiten Versuch gestartet.
Der erste Teil der Radstrecke ging über Feldwege. Ein Reh war um diese Uhrzeit noch nicht auf einen Radfahrer gefasst und suchte schnell das Weite. Nach ca. 10 Kilometern eine kurze Begegnung mit einem Waschbär, der die Straße querte, danach Kühe und viele Vögel und Gegenwind. Die zweite Hälfte der Strecke absolvierten ich und mein MTB auf einer Landstraße Ruhland – Arnsdorf – Jannowitz – Kroppen – Ortrand – Großkmehlen – Großthiemig. Ortrand erreichte ich um 9:30 Uhr und ein Blick auf ein Straßenschild mit der Beschriftung Großthiemig 9 Kilometer ließ mich endgültig mit dem Lauf abschließen. Einen lauten Fluch konnte ich mir nicht verkneifen und den Spruch: ” Die haben bestimmt falsch gemessen” – ca. 15 Minuten später und mit der Gewissheit, das waren keine 9 Kilometer, erreichte ich “fertig” und durchgeschwitzt den Sportplatz von Großthiemig.
Erste Laufkollegen begrüßt, Fahrrad angeschlossen und für die 11,2 Kilometer Strecke gemeldet. In der Umkleidekabine gab es noch aufmunterene Worte wie: “Du bist bestimmt schon warm…”, hektisch umgezogen, Startnummer ans Laufshirt und pünktlich zum Startschuss stand ich an der Startlinie, um den “gemütlichen” Teil des Tages zu bestreiten. Der Lauf “Rund um die Schafsbergschanze” ist eine kleine, aber liebevoll organisierte Laufveranstaltung mit familiärem Flair und einer wunderbaren Laufstrecke. Die 11,2 Kilometer führen durch wunderbare Natur – alles Wald-und Feldwege und ein ständiges Rauf und Runter lassen den Körper nie zur Ruhe kommen. Erstaunlicherweise fühlte ich mich von Anfang an sehr gut und der Stress von der Radtour war bei der wundervollen Laufumgebung schnell vergessen.
Die Laufstrecke führte durch die Kmehlener Berge, die sich teilweise in Brandenburg und Sachsen befinden, genaue geografische Informationen fehlen mir leider. Teilweise hatte ich den Eindruck, im Harz oder Thüringen zu laufen und einige Anstiege hatten es wahrlich in sich und verführten den einen oder anderen Läufer zum wandern. Selber legte ich ab und an eine kurze Pause ein, um den wundervollen Blick ins weite Land zu genießen, an den Kornblumen auf den Feldern zu riechen oder einfach nur das Umfeld wahrzunehmen. Auch ein kurzer Wortwechsel mit den Streckenposten durfte nicht fehlen. Leider war dieses wundervolle Erlebnis nach knapp einer Stunde schon vorbei und die Gewissheit, einen der schönsten Läufe des Jahres 2010 bisher gelaufen zu sein. Über Ergebnisse und Zeiten fehlen mir jeglich Informationen. Warum immer in die Ferne reisen, wenn das Schöne so greifbar in der Nähe ist und nur auf seine Entdeckung wartet. Danke an die Laufgruppe in Großthiemig für diesen wundervollen Laufvormittag. Nächstes Jahr gern wieder.
Die Rücktour war dann eher unspektakulär. Nur der Wind wollte es genau wissen und blies natürlich wieder von vorn….
