Run4Haiti – Interview
Von Heiko | 23. Januar 2010 | Kategorie: Allgemein, Interviews | 2 Kommentare TweetAm 12. Januar erschütterte ein schweres Erdbeben Haiti – tausende Menschen verloren ihr Leben, das Dach über dem Kopf. Haiti galt schon vor dem Erdbeben als eines der ärmsten Länder der Erde; den Menschen fehlt es am Notwendigsten und es scheint keine Ende absehbar. Noch immer bebt die Erde in Haiti. Dies alles bewegte den Läufer Hendrik Auf’mkolk dazu, die Spendenaktion “Run4Haiti” ins Leben zu rufen. Und was sich innerhalb einer Woche bewegte ist schwer in Worte zu fassen. Die Idee dahinter ist ganz einfach, am 31.01.2010 kann jeder Laufen, wo er gerade ist und wie viel er möchte. Für jeden gelaufenen Kilometer wird 1 Euro gespendet. Weiteres zu “Run4Haiti” erfragte ich in einem kleinen Interview mit Hendrik.

- Hallo Hendrik, hättest Du vor knapp einer Woche, als die Aktion “Run4Haiti” von Dir gestartet wurde, mit solchen Reaktionen gerechnet? Mittlerweile ist ja schon jetzt Dein Ziel, die 5000 Euro Spendenmarke zu erreichen, übertroffen worden.
- Was bewegte Dich dazu, “Run4Haiti” ins Leben zu rufen? Hast Du eine besondere Verbindung zu dem Land oder war es die Motivation auch mal was auf die Beine zu stellen, um anderen Menschen aktiv zu helfen?
- Kannst Du kurz erläutern, wie am 31.01.2010 der dezentrale Spendenlauf ablaufen soll und wie die Menschen daran teilnehmen können?
- Ist die Aktion mittlerweile ein Selbstläufer oder machst Du auch weiterhin viel Werbung? Gibt es Wünsche oder Ziele von Dir, wen würdest Du gern als Spender/Unterstützer noch für die Aktion gewinnen?
- Gerade bekannte Menschen aus dem öffentlichen Leben, Sport, Wirtschaft und Politik könnten der Aktion noch einmal einen mächtigen Antrieb bescheren. Ist da schon was zu verzeichnen oder bleibt es in dieser Richtung eher ruhig?
- Mittlerweile hört sich das alles nach einer Menge Arbeit an. Mal ehrlich, wie schaffst Du es, den normalen Alltag, Laufen und “Run4Haiti” unter einen Hut zu bekommen?
- Wie garantierst Du den Menschen, dass das Geld auch tatsächlich dort ankommt, wo es gebraucht wird, nämlich bei den Hilfsbedürftigen in Haiti?
- Hast Du eventuell durch Deine Aktion auch schon Kontakt zu Helfern, die vor Ort sind und welche sind deren Eindrücke?
Ganz klar: Nein. Natürlich hatte ich gehofft, dass wir innerhalb der “Laufszene” im Netz viele Mitläufer finden würden, aber inzwischen spricht die Aktion auch immer mehr Menschen an, die sich für das Thema Laufen sonst nicht sonderlich interessieren.
Ich hatte die Bilder aus Haiti im Kopf, als ich am letzten Wochenende zum üblichen Long-Run startete. Da hat man Zeit, darüber nachzudenken, wie privilegiert wir doch sind, dass wir unsere Zeit mit einer Beschäftigung wie dem Laufen verbringen können. Irgendwie kam dann relativ schnell der Gedanke, Laufen und Spenden zu verbinden – allerdings war mir klar, dass ein Spendenlauf, der nur auf einen Ort begrenzt ist, nicht viel bringen würde – deshalb die Idee, einen dezentralen Spendenlauf zu organisieren.
Interessierte melden sich auf http://run4haiti.de als Spendenläufer an und geben dabei auch an, wo und wieweit sie laufen werden. Am 31. Januar laufen wir dann – mittlerweile in über 200 Orten im In- und Ausland. Jeder kann dann und dort laufen, wo es ihm passt – oder sich mit anderen Teilnehmern verabreden. Danach spendet jeder für die von ihm gelaufenen Kilometer je 1 Euro an die Aktion Deutschland Hilft e.V:, und zwar auf der zentralen Spenden-Website. So kann die Spende auch der Aktion zugeordnet werden.
Ich würde gerne von einem Selbstläufer sprechen, in punkto Teilnehmerzahlen stimmt das auch. Aber dahinter steckt natürlich ein organisatorischer Aufwand, der immer größer wird und alleine kaum noch zu stemmen ist. Es melden sich aber auch immer mehr Menschen, die nicht nur laufen, sondern die Aktion auch vor Ort unterstützen wollen, indem sie Treffpunkte für die Spendenläufer in den einzelnen Städten organisieren etc. Ich werde in den nächsten Tagen eine zentrale Übersichts-Seite für alle Treffpunkte einrichten – bitte deshalb auch immer um eine kurze Nachricht. Ich freue mich über jegliche Form der Unterstützung, und versuche weiterhin, alle Mails und Anrufe möglichst schnell zu beantworten.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte: Es wäre toll, wenn sich noch mehr Firmen als Spenden-Partner für die einzelnen Städte melden. So verdoppelt z.B. Brooks alle in Münster gelaufenen Spendenkilometer, New Balance tut dasselbe in Düsseldorf. Aber auch in kleineren Städten hätte ich gerne Spenden-Partner. Wer da noch Interesse hat und an den entsprechenden Hebeln in seiner Firma sitzt, mag sich gerne mit mir in Verbindung setzen. http://run4haiti.de/firmen/
Schon von Anfang ist die Unterstützung in dieser Hinsicht wirklich toll. Achim Achilles war gleich mit dabei, aber auch Profi-Sportler wie Steffen Justus oder Falk Cierpinski unterstützen die Aktion. Wenn sich noch mehr bekannte Menschen berufen fühlen, freue ich mich natürlich. Aber letztlich ist jeder Kilometer gleich viel Wert, egal von wem er gelaufen wird!
Das geht nur, weil ich im Dezember mein Examen geschrieben habe und deshalb gerade etwas Freizeit habe – bzw. hatte, denn die Organisation ist inzwischen wirklich eine Vollzeit-Beschäftigung. Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich freue mich schon jetzt auf den Abend des 31. Januars. Aber natürlich werde ich bis dahin weiter “Vollgas” geben!
Die Spenden werden direkt von der Aktion Deutschland Hilft e.V. eingezogen, dem Bündnis renommierter Hilfsorganisationen wie Johanniter, Malteser, World Vision und anderen. Die sind selbst vor Ort in Haiti und berichten täglich über die Verwendung der Hilfsmittel z.B. auf http://www.aktion-deutschland-hilft.de. Ich denke, mehr Transparenz ist kaum möglich.
Nein, Kontakt zu Helfern vor Ort habe ich nicht, die haben momentan auch wirklich Wichtigeres zu tun. Aber natürlich besteht Kontakt zur Aktion Deutschland Hilft e.V.
So, das wars est mal. Ich wünsche Dir eine rege Beteiligung und drücke die Daumen, dass die Aktion gut gelingt.

Danke für dieses Interview, bin froh, dass es Menschen wie Hendrik gibt und freue mich rieisg, wie täglich die Kilometer mehr und mehr werden.
Freude machen macht Freude !
Hallo Margitta,
es ist tatsächlich wundervoll zu sehen das es solche Menschen gibt und auch ich bin gespannt wie es mit Run4Haiti weitergeht. Der Betrag auf der WEBSITE
liest sich bisher gut, hoffentlich überweisen auch alle Menschen wirklich, abgerechnet wird zum Schluss.