Die Vorfreude auf den Hallenmarathon in Senftenberg vom 16.1./17.1.2010 war groß. Schon im Oktober erfolgte meine Meldung für den Nachtmarathon, der am Samstag um 18 Uhr gestartet wurde. Da ich den Veranstaltungsort, die Niederlausitzhalle, sehr gut kenne, konnte der Marathon nur ein Heimspiel werden. Aber wie so oft sollte wieder einmal alles anders kommen. Mitte Dezember: Deutschland bekam eine Schneedecke und ich eine Erkältung. Gründe für diese Erkältung gab es viele, auf diese möchte ich jetzt nicht eingehen. Leider rückte auch der Marathon immer näher und näher. Nach drei Wochen Laufpause begann ich am 02.1.2010 wieder mit leichtem Lauftraining. Zu der Zeit sagte der Kopf: Sage den Marathon ab. Der Bauch sagte: Den Marathon läufst du ohne Probleme.
Eine schwierige Situation. Fünf Tage vor dem Hallenmarathon hörte ich dann auf meinen Verstand und meldete um. Also kein Marathon und dafür 10 Kilometer am Samstag und 10 Kilometer am Sonntag (daraus wurden dann heute nur fünf Kilometer). Es ging mir nicht darum, Angst vorm Versagen zu haben, aber mein Körper ist zurzeit einfach noch nicht für diese Belastung bereit.
16.01.2010 – 10 Kilometer in Senftenberg
Die Niederlausitzhalle ist die größte Sporthalle von Senftenberg mit einer 250 Meter langen Laufbahn. Die Halle hatte gerade zu DDR-Zeiten eine große Bedeutung für sportliche Wettbewerbe; hier wurden die DDR-Hallenmeisterschaften der Leichtathletik durchgeführt. Aber auch heutzutage finden noch viele sportliche Events wie Fußballturniere, Handball usw. in der Halle statt. Über die Jahre hat die Halle natürlich einiges vom Glanz verganger Jahre verloren, aber die neuen Betreiber des TSV Senftenberg sind bemüht, die Halle wieder auf Vordermann zu bringen, was in einer wirtschaftlich schwierigen Region alles andere als einfach ist.
Am 16.1./17.1.2010 stand der mittlerweile jährlich stattfindende Hallenmarathon auf dem Veranstaltungsplan der Niederlausitzhalle. Unter der Überschrift “Hallenmarathon” versteckt sich gleich ein ganzes Arsenal an Laufhöhepunkten: 1 km – 3 km – 5 km – 10 km – Marathon und 50 km. Wobei es jeweils am Samstag und Sonntag einen Marathon gab und auch an beiden Tagen einen 10 Kilometer-Lauf. Beachtlich ist die Leistung einiger Läufer, die am Samstag um 18 Uhr ihren ersten Marathon liefen – 168 Runden und einige Meter und am Sonntag um 8 Uhr gleich wieder an den Start gingen, um noch einmal einen Marathon in der Halle zu laufen.
Dabei ist es nicht gerade einfach, längere Strecken auf der 250 Meter Bahn zu laufen. Zu einen sind die Schrägkurven auf Dauer Gift für die Gelenke; der Untergrund ist hart und die Luft in der Halle hat natürlich auch nicht die Qualität wie in der Natur. Weiterhin kommt natürlich hinzu, dass das ewige Überholen und Überholtwerden auf Dauer auch belastend werden kann. Also viele Aspekte, die vorher beachtet werden mussten.
Darüber musste ich mir aber keinen Kopf mehr machen. Um 11:30 Uhr erfolgte der Start für die 10-Kilometer-Läufer. Es gingen ca. 60 Läufer an den Start, um die 40 Runden zu bestreiten. Meine Zielzeit lag bei 47:30 min, das hieß ca. 1:11 min pro Runde und für jeden Kilometer ca. 4:45 min. Und so spulte ich meine Runden ohne große Probleme ab, wurde ständig von schnelleren Läufern überrundet und überrundete auch andere Läufer. Von der ersten Minute an hielt ich mich genau an meine Zeitvorgabe und das, obwohl gerade in den ersten Runden der Drang des Schnellerlaufens da war. Später zeigte sich, dass die Disziplin richtig war. Die Zeit von 47:30 min ist die, die ich zurzeit erreichen kann und mehr ist nur mit größerer Anstrengung möglich. Bei anderen Startern war zu beobachten, dass sich ein zu schneller Beginn am Ende rächte.
Mit meinem Lauf war ich zufrieden, aber im Hinterkopf war dennoch der Gedanke an den Marathon, den ich leider nicht laufen konnte.
Der Rahmen der Veranstaltung war okay, liebevolle Dekoration, Musik und ein Ansager, der mit der Lauferei vertraut war.
17.01.2010 – 5 Kilometer in Senftenberg
Kurzfristig habe ich mich heute statt der 10 Km für die 5 Kilometer entschieden, was auch eine gute Entscheidung war. Gleichmäßig wie ein Uhrwerk drehte ich meine 20 Runden und kam bei 22:20 min ins Ziel. Nett war auch, mal einige Menschen aus den verschiedenen Laufplattformen und Blogs getroffen zu haben. Vor meinem 5-Kilometer-Start durfte ich noch die Marathonläufer, die um 8 Uhr gestartet waren, beobachten. Wahnsinn, wer da alles dabei war: Viele bekannte Ultraläufer und Marathonsammler, auch einen Läufer des Projekts “16 Bundesländer – 16 Marathons – 16 Monate” konnte ich treffen.
Insgesamt gesehen war es ein schönes und familiäres Wochenende des Laufsports in Senftenberg. Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich dennoch anbringen, nämlich die meiner Meinung nach zu hohen Gebühren für den Transponder. So waren für meine beiden Läufe gleich einmal 10 Euro Gebühr weg und das ist schon happig.
Ansonsten freue ich mich schon auf 2011 in meiner Heimatstadt, wenn es heißt: Hallen-Marathon 2011.

Schade, dass es nicht mit dem Marathon geklappt hat. Aber es war vernünftig und unter den Bedingungen ist der Marathon ja nochmal eine deutliche Nummer härter.
Von daher: Alles richtig gemacht – und darauf kannst du stolz sein.
Vielen Dank, Hannes. Es war mit Sicherheit vernünftig, aber es gibt ja nächstes Jahr auch wieder einen Marathon in der Halle, jetzt werden erstmal die Ziele 2010 angesteuert.
Ich sage immer die Gesundheit geht vor, an deiner Stelle hätte ich hoffentlich genauso entschieden.
Der Nachtmarathon war aber wirklich super, ich habe es richtig genossen endlich mal wieder ohne Schneeglätte zu laufen.
Ich habe mich schon jetzt für 2011 angemeldet, da werde ich dann aber beide Marathons laufen.
Gruß, Michael