Laufen im Hellen
Von Heiko | 24. November 2009 | Kategorie: Lauftagebuch | 5 Kommentare TweetHeute konnte ich mir einen Luxus leisten und das unter der Woche: Laufen im Hellen. Unter der Woche ist dies im Herbst/Winter nicht wirklich üblich und um so dankbarer war ich dafür. Also ging es am Nachmittag an unseren Senftenberger See und dann lief ich eine schöne Strecke – bis 70 Minuten zusammen waren. Von der ersten Minute an ließ ich mich treiben und gab mich dem Lauf komplett hin. Am Anfang geht meine Laufstrecke noch entlang eines typischen DDR-Neubaugebietes, was nicht ganz so angenehm ist, aber am See war dann Ruhe. Gerade im Herbst und Winter hat der Senftenberger See eine ganze Menge an Ruhe und Erholung zu bieten. Im Sommer sieht es hier ganz anders aus. Die Region baut auf Tourismus, ist so eine Art Rettungsanker in einer wirtschaftlich schwachen Gegend.

Der ruhige Senftenberger See vom Wochenende.
Da passt es natürlich, dass ich am Strand auch eine neue Baustelle entdeckte. Was da genau entsteht, konnte ich nicht erkennen, es soll aber der Verbesserung der touristischen Infrastruktur dienen. Ich muss ehrlich gestehen, so was betrachte ich mit gemischten Gefühlen. Durch übertrieben Tourismus können schöne Gegenden auch ihren Reiz verlieren, für mich als Einheimischen ist das leider im Sommer schon der Fall.
War am Wochenende auf unserem See nicht eine Welle zu sehen, so zeigte die Natur am heutigen Tage ihre volle Kraft. Auch ein Binnensee kann ordentliche Wellen erzeugen, der Wind war dementsprechend stark. Dazu gab es noch angenehme warme Temperaturen, wie sie zu dieser Jahreszeit untypisch sind. Aber ich hoffe, die Natur zeigt sich dann im Winter auch von der anderen Seite. Es darf ruhig auch mal richtig kalt werden. Denn es ist schon befremdlich, wenn Ende November ein Radfahrer mit kurzer Hose, T-Shirt, Badelatschen bekleidet an mir vorbei fährt und auf der Schulter ein Handtuch trägt. Der Mann war tatsächlich im See baden….

Der ruhige Senftenberger See vom Wochenende.
Läuferisch gab es absolut keine Beschwerden und so waren es heute wundervolle 70 Minuten, die ich gern wiederhole.

Die Bilder strahlen eine wunderschöne Ruhe aus. Das der Lauf dementsprechend war, kann ich mir bei der Kulisse gut vorstellen. Ein Lauf im hellen ist momentan wirklich eine Seltenheit. Danke für die Reise.
Aber baden…. so abgehärtet muß es dann doch nicht sein.
Laufen am Senftenberger See, noch nie gehört, aber ein schönes Fleckchen Erde, für mich überall, wo es Wasser gibt.
Es hat dir offensichtlich sehr gut getan und wirkt sicherlich unterstützend für deinen Herpes.
Bin gespannt, ob es in diesem Jahr Winter geben wird !
Hallo Sinusläufer,
die Ruhe war aber nur am Wochenende auf dem See, bei meinem Lauf waren richtige Wellen – hat da aber leider keine Kamera dabei. Abgehärtet sind hier einige, im Winter treffe ich oft die Eisbader.
Hallo Margitta,
der Senftenberger See ist ein See von vielen, es entstehen neue Seen und die alten Tagebaulöcher verschwinden. Ich hoffe das es einen Winter gibt, sieht aber zur Zeit leider nicht so aus.
Hach, das Wasser…es zieht uns doch fast alle an oder? Und wie die Kinder wollen wir Steine werfen, planschen, naja. Schöne, stimmungsvolle Bilder! Danke.
Die zwiespältigen Gefühle bezüglich der touristischen Bauten kann ich sehr gut nachvollziehen – das geht mir hier oben auch nicht viel anders. Wobei es auf Langeoog so oder so schon soweit ist, dass man die Ruhe nur im Winter hat.