Marcel Heinig – Weltrekordversuch Tag 1
Von Heiko | 12. November 2009 | Kategorie: Läufe | 2 Kommentare TweetQuelle “www.lr-online.de/heinig-blog”
Am gestrigen Montag um 9 Uhr mexikanischer Zeit hat der Cottbuser Ultratriathlet Marcel Heinig seinen Weltrekordversuch gestartet. Heinig versucht an zehn aufeinander folgenden Tagen, eine Distanz von 50 Ironmans zu bewältigen. Konkret heißt das, dass Heinig täglich 7,5 Kilometer schwimmen, 200 Kilometer auf dem Rad fahren, und 50 Kilometer laufen will. Heinig, der am gleichen Ort im vergangenen Jahr Weltmeister beim zehnfachen Ultratriathlon geworden ist, findet im mexikanischen Monterrey eine gute Infrastruktur vor. So ist zum Beispiel die Radstrecke komplett neu asphaltiert oder sind die hygienischen Bedingungen verbessert worden. Ein Manko ist das Schwimmbecken, welches erstens mit 25 Grad warmen Wasser gefüllt ist, außerdem muss Heinig seinen Plan, täglich 150 Bahnen zu schwimmen, ändern. Wegen Platzmangels muss er nun statt 150 Bahnen längs, 300 Bahnen á 25 Meter quer absolvieren. Heinig hat momentan die Wasserstrecke hinter sich und befindet sich nach aktuellem Kenntnisstand jetzt auf der Radstrecke. 2,5 Stunden benötigte er am ersten Tag für die 300 Bahnen.
Heinigs Eindrücke vor dem Rennen waren durchweg positiv: “Die Erinnerungen an das letzte Jahr, wo ich Weltmeister wurde, kommen hoch. Ich habe viele alte Bekannte wiedergetroffen. Alle sind gut drauf und freuen sich auf den Wettkampf. Das liegt wohl in erster Linie daran, dass die Strecke und nicht der andere Sportler der Konkurrent sein wird. Die Athleten untereinander sind Freunde, und das ist sehr selten geworden im Sport. Ich denke, dass ist doch ziemlich einzigartig. Es ist jetzt der letzte Abend vor dem Wettkampf, ich bin sehr aufgeregt. Aber das macht ja gerade den Reiz aus.”
Tag 1 ist geschafft
Nach 16 Stunden hat Marcel Heinig seinen ersten Arbeitstag hinter sich gebracht. Das Radfahren verlief sehr schnell, nach sieben Stunden ist er zum Laufen gewechselt. Dort ist er dann die ersten zwei Runden gemütlich gelaufen, bevor er in einen gemäßigten Laufschritt wechselte. Als er das Ziel erreichte, war er allerdings nicht der Letzte. Die einzige Frau, Suraya Oliver aus England, die zehn Ironmans in zehn Tagen schaffen will, war da noch auf der Laufstrecke und hat gegen 4 Uhr das Ziel erreicht.
Marcel Heinigs Kommentar:
„Der erste Tag war körperlich OK. Ich bin ganz zufrieden, obwohl 16 Stunden fast schon zu schnell sind. Andererseits bin ich natürlich froh, dass ich fast acht Stunden Regeneration haben werde. Mental sieht es schon anders aus, die Distanz erdrückt einen. Das war zwar in Theorie klar gewesen, aber jetzt spüre ich, wie es sich in der Praxis anfühlt. Die Vorstellung dieses Schauspiel noch neun Tage durchzuführen, fällt mir schwer. Morgen plane ich 17 bis 18 Stunden. Ich versuche, dass auch in den folgenden Tagen zu halten. Ich habe permanent Angst, das Rennen hier vorzeitig aufgeben zu müssen. Aber da muss ich jetzt durch und werde mein Bestes geben. Außerdem habe ich im Gegensatz zu 2006 (Heinig wurde Weltmeister im 10fachen Ironman) in diesem Jahr mit Sandra Krüger eine persönliche Betreuung, was dieses Vorhaben hier wesentlich erleichtert.
Zum Rennverlauf heute: Es war sehr heiß, schon im Schwimmbecken. Beim Laufen waren es über 30 Grad. Für uns kältegewohnte Deutsche waren es gefühlte 40. Die Radstrecke verlief gut, wobei die anderen Athleten alle schnell unterwegs waren, was mich dazu verleitet hat, auch mehr Gas zu geben. Morgen muss ich da runterschrauben. Ich peile 17 Stunden an. Ein sehr trauriges Ereignis heute war das Aus von Bern Knechtle. Er ist ein
erfahrener Sportler und schon lange im Geschäft dabei. Ja, und in der vorletzten Radrunde ist er mit einer Ente kollidiert, was sich vielleicht lustig anhört, aber dazu führte, dass er sich das Schlüsselbein gebrochen hat. Eine weitere Rennteilnahme ist also für ihn unmöglich.”

Hallo,
)
da ist Euch wohl ein kleiner aber entscheidender Fehler unterlaufen:
Es handelt sich nämlich wohl kaum um “eine Distanz von 50 Ironmans” sondern um eine Distanz von 50 Olymischen Triathlons…
Bei 50 Ironmans innerh. 10 Tagen müßte man täglich: 38km schwimmen, 900 km radfahren und 210 km laufen.
Gruß,
Michael
Von hier aus hört sich das Projekt so unglaublich wahnsinnig an – man kann nur hoffen, dass alles gut geht! Respekt und beste Wünsche zum Durchhalten an Marcel.