Interview mit Miss Monster

Weiter geht es mit der Reihe: Läufer Interviews. Heut stand mir Eva/Miss Monster Rede und Antwort.

Wer auch einmal Lust hat, von mir befragt zu werden, darf gern Kontakt aufnehmen oder dies in den Kommentaren hinterlassen.

Interview mit Läuferin Eva/Miss Monster

1. Hallo Evchen, in “laufenden” Bloggerkreisen dürften Du und das Blog nicht mehr ganz unbekannt sein. Stelle Dich bitte dennoch den Lesern von Laufe Marathon vor.
Meine Namen hast Du ja schon genannt und ich laufe (wieder) seit April 2009. Am Karfreitag bin ich morgens um 7 Uhr wach geworden und wollte laufen. Ich weiß heute noch nicht, was mich da geritten hat. Bevor ich überhaupt realisiert habe, was ich da tue, war ich unterwegs. 3,8km und 25 entspannte Minuten später war ich wieder zuhause . Sieben Wochen später bin ich meinen ersten offiziellen 10er gelaufen. Seither hat mich der Läufer-Virus gepackt.

2. Auf Deinem Blog schreibst Du: “Ich war mal ein dickes Kind.” – Viele Menschen bleiben dick und meinen dazu auch, dass sie sich so wohlfühlen.  Glaubst Du das diesen Menschen und warum gab es bei Dir
einen Wandel – eigener Wille oder Druck von Familie und Eltern?

Für mich gibt es so eine Art “gesellschaftsfähige Norm”, was die Figur betrifft. Da hinein passen sehr schlanke, aber auch sehr kräftige Menschen. Mit meinen gut über 100kg bei 1,76m war allerdings jedes Maß gesprengt. Wenn solche Menschen behaupten, sie fühlten sich wohl, dann ist es m.E. purer Selbstschutz. Viele benutzen das Essen als Ausgleich für etwas wie Frust, Langeweile, Streß. Bei mir war es nichts davon. Ich esse einfach unheimlich gern. Irgendwann habe ich ein anderes Körperbewußtsein entwickelt und wollte so nicht mehr aussehen, also habe ich das geändert. Druck von außen hatte ich keinen.

3. Weiterhin erwähnst Du, dass Du noch nie bei einer Sportart geblieben bist. Wie hoch sind die Chancen für die Lauferei? Spricht auch was gegen das Laufen?
Ich liebe die Abwechslung und ich bleibe bei Laune, wenn ich häufiger neue Anreize bekomme. Bisher konnte mir das keine Sportart bieten. Das Laufen hingegen ist für mich unheimlich vielseitig. Da ich jetzt schon länger laufe, als ich vorher am Stück eine Sportart betrieben habe, würde ich mal sagen, daß die Chancen für`s Dabeibleiben gut stehen. Für mich persönlich spricht nichts gegen den Sport, aber es ist nicht für jeden das Richtige.

Miss Monster - Interview

Miss Monster - Interview

4. Gab es für Dich Erlebnisse beim Laufen, die Du so in der Form in anderen Sportarten noch nicht gespürt hast?
Oh ja! Und genau das ist am schwersten zu beschreiben. Das Laufen kann für mich immer genau das sein, was ich brauche: Entspannung, Auspowern, Quälen, Überwindung, Ablenkung, Erfrischung, Bewältigung… ich könnte die Liste noch eine ganze Weile weiterführen.

5.Du bist noch nicht lange in der Laufszene unterwegs. Wie erscheint Dir die Laufszene und welchen Eindruck hast Du von Ihr?
Laufszene, hm, kann man das so nennen? Ich kenne ein paar ganz liebe Bloggerinnen und Blogger, die auch Spaß am Laufen haben. Der eine mehr, der andere weniger ambitioniert. Bisher habe ich zu meiner Überraschung nur positive Erfahrungen gemacht. Ich glaube sogar behaupten zu können, daß ich u.A. durch die Blogosphäre beim Laufen geblieben bin. Im echten Leben bin ich bisher auch nur den freundlichen, fairen Läufern begegnet, die sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen.
6. Gerade als Laufeinsteiger muss es doch teilweise unglaublich wirken, wenn man von anderen Läufern liest, die 100 Kilometer und mehr in der Woche laufen. Sind die für Dich alle wahnsinnig oder ist es doch mehr Respekt?
Absolut! Unglaublich trifft es. Von 40 Wochenkilometern auf 100 km hochzurechnen, ist ja noch eine Sache. Aber wenn ich mir vorstelle, daß Menschen 24 h am Stück laufen (Hallo, meine liebe Margitta! *wink* , dann läuft mein Kopf heiß bei dem Versuch, es zu verstehen. Ich bin unglaublich fasziniert und beeindruckt von einer solchen Leistung.

7. Kann es sein, dass auch in Läuferkreisen zu oft der Leistungsdruck im Vordergrund steht?
Wir Menschen sind nun mal Ehrgeiztierchen. Daran finde ich auch nichts Schlimmes. Man muß nur versuchen das empfindliche Gleichgewicht zwischen Wollen und tatsächlich Können zu wahren. Sobald der Ehrgeiz schädlich wird (für Körper und Seele), sollte man sich selbst gut genug kennen und die Bremse einlegen.

Miss Monster läuft

Miss Monster läuft

8. Im Volksmund gibt es einen beliebten Spruch: “Sport ist Mord.” Und oft hört und liest man von Verletzungen… Wie viel Wahrheit liegt Deiner Meinung nach in diesem Spruch?
Für einen Couchpotatoe ist das die absolute Wahrheit! Für mich ist es einer von vielen Sprüchen. Sagt mir nix, gibt mir nix. Dann noch lieber: jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Das gilt auch für den Sport. Man sollte sich auch für sich selbst verantwortlich fühlen.

9. Vor einigen Tagen warst Du als Zuschauerin beim Frankfurt Marathon unterwegs. Welchen Eindruck machte auf Dich die Veranstaltung und wäre “Marathon” für Dich ein Ziel?
Für mich war das der allererste Marathon, bei dem ich direkt zugesehen habe und mich haben die Emotionen überwältigt! Man ist in unmittelbarer Nähe zu so vielen Läufern und man spürt und sieht, wie sie sich fühlen.
Ich bekomme gerade schon wieder Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Marathon, ein Ziel? Ein schöner Gedanke vielleicht, mehr aber noch nicht.

10. Da Du es selber erfahren hast: Wie schwierig ist eine Laufpause wirklich?
Aaaaaaargh! Ganz aktuell befinde ich mich in der allerletzten Füße-still-halt-Phase meiner Pause und mir fallen keine www-tauglichen Wörter mehr ein, um zu beschreiben, wie… sehr schwierig. Belassen wir es dabei.

11. Was macht mehr Spaß- Bloggen oder Laufen?
Laufen. Wobei ich den Vergleich nicht ganz fair finde. Beides ist für mich wundervoll miteinander verwoben und das Bloggen motiviert mich zum Laufen und umgekehrt.

12. Vielen Dank für das Interview. Dann darfst Du noch etwas über Dein Blog erzählen und natürlich gehört Dir auch das Schlusswort. Gibt es Ziele für 2010?
Ich danke Dir! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Deine Fragen zu beantworten und mein Egodrache schnurrt zufrieden. Für 2010 habe ich mir den Rhein-Wied-Cup vorgenommen. Eine kleine Serie von Volksläufen in meiner Region und ich würde gern beim Frankfurt Marathon 2010 Staffel laufen.

Die bisherigen Interviews

Laufen ist eine extrem flexible Sportart (31.08.2009)
Ultra ist gut – Interview (07.09.2009)
Sport ist nie verkehrt (12.09.2009)
Korrekt laufen – Interview (15.09.2009)
Interview mit einer Lebensläuferin (23.09.2009)
Interview mit Startblog F (20.10.2009)
Interview mit Extremsportler Marcel Heinig (04.11.2009)

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5 Kommentare zu “Interview mit Miss Monster”

  1. ultraistgut sagt:

    Na , das ist ja wieder mal ein Interview ganz nach meinem Geschmack: eine junge, kaum zu bändigende Frau auf dem Läufer-Trip, es macht ihr Spaß, und sie sieht schon eine gewisse Chance, eventuell bei dieser Sportart hängen bleiben zu können, was ich ihr von Herzen wünsche.

    Hier findet sie Möglichkeiten, zur Entspannung, Auspowern, Quälen, Überwindung, Ablenkung, Erfrischung, Bewältigung…, alles, was Körper, Seele und Geist in einem Paket liefern kann.

    Kompliment nochmals an die Stärke, es von 100 kg zu einer normal gewichtigen hübschen, jungen Frau geschafft zu haben das stelle ich mir auch nicht so einfach vor, und noch ein Grund mehr, laufend durchs Leben zu ziehen.

    Danke ! 8)

  2. Hannes sagt:

    “mein Egodrache schnurrt zufrieden” *lach*
    Ich kringel mich auf dem Boden.
    Ein “Hoch!” auf unser Monster :)

  3. Sinusläufer sagt:

    Sehr schönes Interview und eine Frau nach meinem Geschmack. Wirklich zum verlieben.

  4. Christian sagt:

    Ein Interview mit dem nimmer still sitzenden Laufküken, einfach nur erfrischend. Danke Heiko, für diesen tollen und sehr authentischen Bericht.
    Der Dank geht natürlich auch an Eva ;-)

    Salut

  5. Tilman sagt:

    Hey Heiko und Eva,

    danke für das schöne Interview. Respektmütze ab! vielleicht sehen wir uns in Frankfurt :) !

    Good run
    Tilman

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