Laufen mit einer Erkältung
Immer wieder lese ich die abendteuerlichsten Geschichten von Läufern, die mit einer Erkältung gelaufen sind und schlimmsten Fall sogar mit Fieber. Ehrlich, so heldenhaft sich dies auch anhören mag, aber es ist in meinen Augen verantwortungslos. Ich gebe zu, ich habe nicht immer so gedacht, getreu dem Motto: “Was uns nicht umbringt, macht uns stark.”. Aber ich glaube, in diesem Fall kann der Spruch in die Mülltonne katapultiert werden. Gerade als Jugendlicher konnte es nicht hart genug sein und so bin ich auch schon mal einen 10 Kilometer-Lauf mit über 38,5 Fieber gelaufen, das alles nur wegen einiger weniger Cup-Punkte. Heute weiß ich,
es war dumm von mir und ich hatte sehr viel Glück. Denn es gibt ab und an in der Presse Berichte, da geht es nicht so glimpflig aus und einzelne Läufer verabschieden sich für immer von unserer Welt. Und ehrlich – Punkte oder übertriebender Ehrgeiz können nicht der Grund sein, um das Kostbarste auf’s Spiel zu setzen – das Leben.
Laufpause
Wir müssen lernen, die Zeichen des Körpers zu akzeptieren und nicht zu ignorieren. In der Laufliteratur gibt es unterschiedliche Meinungen zum Thema, Laufen und Erkältung und ich möchte diese jetzt auch nicht auseinandernehmen. Das können Wissenschaftler machen oder die die sich dafür halten. Auch bin ich kein Gesundheitsexperte, aber der logische Menschenverstand sagt mir, wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht. Was hilft es, wenn ich mit Husten und einer verschnupften Nase noch einige Tage durch die Gegend renne, um schlussendlich komplett auszufalle.
Ich glaube, viele Läufer sollten viel mehr Mut zu einer Laufpause von 2-3 Tagen oder auch mal 1-2 Wochen haben, als irgendwann unfreiwillig mehrere Wochen auszufallen. Letztendlich ist eine Erkältung auch ein Zeichen des Körpers, das was nicht stimmt und dies sollten wir nicht einfach so ignorieren.
Schnupfen ist nicht so schlimm?
In Läuferkreisen hört man die unterschiedlichsten Meinung zum Thema: Erkältung und Laufen. Oft wird gerade eine verschnupfte Nase als nicht so schlimm angesehen – aber genau diese ist ein erstes Zeichen. Bei Halsschmerzen, Schwäche und Kopfschmerzen gibt es schon mehr Läufer, die eine Pause einsehen, was so auch richtig ist. Denn werden diese Zeichen überhört oder durch falschen Ehrgeiz ignoriert, kann es sich schnell auf unseren Motor niederschlagen und die Folgen können verheerend sein.
Eure Meinung zum Thema Laufen und Erkältung
Mich würde mal Eure Meinung zum Thema interessieren und wie Ihr das selber handhabt. Sind euch gemeldete Läufe wichtiger als die Gesundheit und würdet Ihr für Pläne und Ziele gesundheitlich alles auf eine Karte setzen?
Dazu gibt es auch mal eine kleine Umfrage – ich bin gespannt.


Das man mit Fieber nicht laufen sollte, halte ich “eigentlich” für selbstverständlich. Zu häufig sind uns nun schon die Berichte von Herzmuskelentzündungen ins Auge gesprungen. Oft habe ich in diesem Zusammenhang aber auch gelesen, dass das Laufen mit einer Erkältung, die sich auf die oberen Atemwege beschränkt, bei lockerem (!) Laufen keine Gefahr darstellt – und danach richte ich mich auch. Eine leichte (!) Anstrengung aktiviert schließlich die Körpersystem und kann meiner Meinung nach dabei helfen, die leichte Erkältung wieder los zu werden.
Ich hatte letztes Jahr einen Infekt, der nicht richtig “rausgekommen” ist. Ich bin damit gelaufen und hatte das Gefühl “wie Flasche leer”. Nach einer Minirunde schon Atemprobleme und ich fühlte mich völlig schlapp. Daher mache ich jetzt grundsätzlich eine Pause, wenn sich eine Erkältung anbahnt- angemeldeter Lauf hin oder her. Zudem sind mir diverse Berichte über Läufer, die auf der Strecke zusammengeklappt sind, Warnung genug. Lieber eine Pause von wenigen Tagen, als später dann von mehreren Wochen.
In meiner Verwandschaft gab es einen Fall von einer “simplen” Mandelentzündung, die verschleppt wurde und zu einem dauerhaften Herzschaden geführt hat. Das sagt wohl genug über meine Einstellung dazu.
Ich habe für Laufen bei leichtem Schnupfen gestimmt. Aber eigentlich habe ich nie leichten Schnupfen. Was ich eigentlich sagen will, ist: Die meisten “leichten” Symptome sind die Folgen eines zu starken Hineinhorchens in sich selbst. Und wenn ich keine Lust habe zu laufen, kommt mir manchmal eine herbeigedachte Triefnase ganz entgegen. Andererseits: ich gehöre zu den Leuten, die selten krank sind, aber wenn dan richtig. Und dann habe ich infolge der Erkrankung keine Luste zu irgendwas und bleibe zu Hause. So einfach ist das!
Konsequenz 100 %
auch bei einem kleinen Schnupfen, weil ich mich erfahrungsgemäß nicht wohl fühle mit einer Erkältung, darum laufe ich auch nicht und warte, bis mir mein Körper grünes Licht gibt, da gilt auch, wenn ich mich mal nicht – aus welchen Gründen auch immer – gut fühle.
An irgendwelchen Läufen mit angekratzter Gesundheit teilzunehmen, ist für mich absolut tabu.
Gesundheit ist mir das wichtigste, ein Grund, mit warum ich laufe.
Heiko, dieses Thema ist so wichtig und leider kursieren viele Irrtümer. So wie Margitta schreibt, sollte es jeder für sich selbst entscheiden. Mit Schnupfen fühlt sich mancher Elend und andere kennen den Zustand keinen Schnupfen zu haben gar nicht. Deshalb sollte Vorsicht und Zurückhaltung immer an erster Stelle stehen.
Ich selbst habe 2007 viele Symptome meines Körpers ignoriert und musste bezahlen. Lange Laufpause wegen Myokarditis, die glücklicherweise nur sehr milde ausgeprägt war. Trotzdem ist Fieber ein absolutes no-go, dazu gibt es ausreichend medizinische Daten und Erklärungen
Salut
PS: Ich laufe auch mit Schnupfen, falls es das einzige Symptom ist.
Vielen Dank für Eure bisherigen Meinungen zum Thema. Natürlich muß jeder selber entscheiden was er macht, aber ich denke zu oft werden eben Zeichen des Körpers konsequent überhört.