Der etwas andere Berlin-Marathon 2009 Bericht
Berlin Marathon 2009
Über 40.000 Läufer drängeln sich in Berlin über die Startlinie und es ist jetzt gerade 9:22 Uhr, als ich mit diesem Bericht beginne. Und noch immer laufen Läufer über die Startlinie, als die Marathonspitze schon den Kilometer 8 hinter sich lässt. Um 9 Uhr wurde der 36. Berlin Marathon für die Läufer gestartet. Und für mich startet ein Fernseh-Marathon, der für mich als ambitionierten Läufer zwar nicht gerade super schön ist, aber eine Erkältung lässt zurzeit ein Laufen nicht zu und so bin ich zur Beobachtung verbannt. Ansonsten würde ich jetzt auch durch den Wald laufen und meinen sonntäglichen langen Lauf absolvieren.
Das Wetter in Berlin scheint traumhaft zu sein und für Marathonverhältnisse schon fast wieder etwas zu warm. Viele sind gespannt, welche Zeit Auf der Zieluhr stehen bleiben wird und alle erwarten einen neuen Weltrekord von Haile Gebrselassie. Aber bitte warum soll es immer einen Weltrekord geben? Viel zu viel dreht sich leider um Rekorde.
Als aktiver Läufer muss ich aber zugeben, dass mich die Menschenmenge im Startbereich schon abschreckt und mir sagt: “Große Marathons sind nicht meine Welt”. Ich mag die kleineren Veranstaltungen mit weniger Menschen, aber es gibt viele, viele Läufer, die das komplett anders sehen und riesigen Spaß bei Läufen wie dem Berlin-Marathon haben.
Gerade muss ich herzhaft lachen, als eine Reporterin bei Kilometer 8 steht und sich nach einem Blick in manches Gesicht der vorbeilaufenden Marathonmassen fragt, wie denn einige Läufer ins Ziel kommen wollen. Das erinnert mich an einen Bericht den ich erst in dieser Woche verfasst habe – Einen Marathon laufen.
Nach meinem Starteindruck habe ich den Rechner beiseite gepackt und mich komplett der Fernsehberichterstattung hingegeben. Nun mache ich es kurz: Haile gewinnt in einer nicht Weltrekordzeit – 2:06:08 h, was in meinen Augen auch wieder eine wahnsinnig gute Zeit darstellt. Die letzten Kilometer haben ganz klar gezeigt, dass auch ein Haile nur ein Mensch ist und er musste schon arg kämpfen bis ins Ziel. Den zweiten Platz belegte: Francis Kiprop in 2:07:03 und Drittplatzierter bei den Männern wurde Negari Terfa.
Zum Frauenrennen kann ich leider nicht viel sagen, da die Fernsehbilder nicht wirklich viel verrieten und ich nach der Spitze den Fernseher ausgeschalten habe. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass mich nur die Spitzenleute interessieren. Nein. Aber solange vor dem TV zu sitzen, ist für einen Läufer wie mich, nicht angenehm.
Einige Bilder von der breiten Marathonmasse gab es auch und auch versuchte das Fernsehen die Stimmung an der Strecke rüberzubringen. Aber live ist wohl live. Wer Massenlaufveranstaltungen liebt, kommt in Berlin verdammt gut auf seine Kosten. Ich muss zugeben, bei einigen Sequenzen kam bei mir auch wieder der Kritiker durch. Denn, wenn ich die Gesichter einiger Läufer schon bei den ersten Kilometern sah, dann habe auch ich, wie bereits die Kommentatorin feststellte, größte Sorgen, wie diese ins Ziel kommen wollen. Viele haben sich offensichtlich wieder von der Euphorie tragen lassen und sind viel zu schnell gelaufen. Aber darüber werden wir in den nächsten Tagen in Presse und im Internet erfahren. Für mich endet hier und jetzt der Berlin-Marathon vor dem TV.
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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin seit 2005 selbständiger Mediengestalter - 

[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Heiko Wache und Paddy. Paddy sagte: RT @Laufe_Marathon: Der etwas andere Bericht vom Berlin Marathon 2009 http://bit.ly/155MN0 [...]
Ein schöner Bericht. Ich hätte ihn gerne heute im TV gesehen, musste aber arbeiten. Du hast mir den TV-Bericht zusammengefasst – herzlichen Dank!
Zweimal war ich in Berlin dabei (diesmal am Fernseher) und ich bin heute noch überwältigt von dem Ereignis! Du hast natürlich Recht, wenn du deponierst, dass große Marathons nicht deine Welt sind. Soll’s ja auch nicht!
Das ist auch mit ein Grund, warum ich vom liebevollen, ja volkstümlichen Laufwettbewerb (wie bei mir gestern) über bereits professionell organisierte Halbmarathons bis hin zu Großereignissen (wie Berlin, oder – heuer ausnahmsweise – New York) gerne dabei bin. Letzteres nicht so oft, aber doch! Denn gleich wie bei unseren abwechslungsreichen Trainingsläufen soll es auch bei Wettbewerben lauten – die Mischung macht’s!
Danke für deine tolle Berlin-Nachlese – Reinhard
Danke Hannes. Naja – eine wirkliche Zusammenfassung war das bestimmt nicht, aber wenn es Dir etwas geholfen hat…
Hallo Reinhard,
die Mischung macht es tatsächlich, aber wie gesagt: Der eine liebt Großveranstaltung und einer eben nicht.
Ich fand die RBB-Übertragung unter aller S… statt das Renngeschehen zu zeigen, wurden selbst nach 20-30 km immer noch absolut nichtssagende, minutenlange Interviews mit Anwohnern, Streckenposten etc. gesendet.. warum dann überhaupt eine Live-Übertragung, wenn für den RBB offenbar das Drumherum interessanter ist?!
Also wir waren in Berlin mit dabei und es war einfach nur GEIL!!!!
Perfekt organisiert, bis ins kleinste Detail, eine unglaubliche Stimmung, das muss man einfach erlebt haben!
LG
Steffen