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Einen Marathon laufen

Marathon gehört zum guten Ton

Einen Marathon gelaufen zu sein, gehört mittlerweile leider schon zum guten Ton bei vielen Menschen, warum auch immer. Dabei ist es oft abenteuerlich, wie die Menschen sich darauf vorbereiten und vor allem, in welch kurzer Zeit dies meist geschieht. Ich glaube, die Gesundheit und Vernunft spielen meist keine große Rolle mehr. Oft gilt nur noch, es den anderen zu beweisen. Fraglich ist, ob der Spaß an der Sache überhaupt noch eine Rolle spielt. Prominente Beispiele zeigen es: Innerhalb kürzester Zeit werden viele Kilo abgenommen, meist durch professionelle Hilfe im Training und bei der Ernährung. Und siehe da: Aus einem Antisportler wird innerhalb von wenigen Monaten ein Marathonläufer. Die ganze Aktion wird ein Medienspektakel und es rollt im besten Fall wieder der Rubel für die Prominenz. Aber was ist danach? Meist verschwinden diese Menschen wieder von der sportlichen Bildfläche, nehmen an Gewicht schneller wieder zu als sie abgenommen haben. Sind das wirklich Vorbilder?

Natürlich kann und darf jeder Mensch einen Marathon laufen. Aber es wäre wünschenswert, wenn es nicht ganz so blauäugig geschehen würde. Es gibt massig Trainingspläne im Internet und auch in Büchern. Es wird viel versprochen, aber oft wird dabei der Mensch an sich vergessen. Klar sind Trainingspläne vom Prinzip her auf eine ganze Menschengruppe anwendbar, dennoch ist jeder Mensch ein einmaliges Individum mit unterschiedlichsten Vorraussetzungen. Weiterhin dreht sich alles nur noch um Pläne, Herzfrequenzen, Puls und und und – es geht sogar soweit, dass den Menschen erklärt wird, wie sie atmen sollen. Bis zu einem gewissen Punkt alles okay und es hat auch alles seine Berechtigung. Aber mal ehrlich: Wenn ich laufe, atme ich. Muss ich da noch extra auf die Atmung achten? Besser wäre doch den Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass Laufen Freude, Freiheit und Spaß bedeuten kann – ohne zwanghaft nach Uhr oder Puls zu laufen.

Die Menschen sollten wieder lernen, mehr in ihren Körper zu hören und diesen zu spüren und vor allem Spaß an dem zu haben, was sie machen.

Langfristig Spaß und Freude am Laufen

Um vernünftig und langfristig erfolgreich auf langen Strecken wie dem Marathon oder Ultradistanzen zu bestehen, ohne dabei gesundheitliche Beeinträchtigungen davon zu tragen, muss der Körper langsam und vorsichtig an die Strecken herangeführt werden. Natürlich gibt es auch andere Beispiele, aber diese sind für die breite Masse nicht anwendbar und doch eher die Seltenheit. Warum nicht erstmal Erfahrungen auf kurzen Strecken sammeln, an kleinen Volksläufen teilnehmen und mal wirkliche Läuferluft schnuppern.

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Autor: Heiko

Mein Name ist Heiko und laufe-marathon.de entstand aus meiner Leidenschaft zum Laufen. Auf "Laufe Marathon" findet Ihr Artikel zum Thema Laufen/Marathon/Fitness - Training, Termine, Laufberichte, Gesundheit, Interviews, Reports, Lauftagebuch, Ernährung.

7 Kommentare

  1. Das sind alles sehr wahre Worte! Vor allem die Ansicht einiger, man sei erst ein richtiger Läufer, wenn man einen Marathon gelaufen ist, finde ich sehr dämlich. Aber irgendwie wird der Hype immer weiter gestärkt, sodass man ja bald fast Angst haben muss, als Nicht-Marathonläufer ein Außenseiter zu sein.

    Laufen soll Spaß machen – und das tut es vor allem, wenn man den Körper nicht überfordert – wie wahr, wie wahr.

  2. Deshalb zieht es mich eher zu den Ultraläufen oder Landschaftsläufen, da sind nur Leute, die wissen was sie tun und denen Zeiten so und so egal sind.
    Und sie alle laufen nur aus einem Grund:

    Laufen macht Freude, ist Gesund und sagt mir, was gut für mich ist.

    LG
    Steffen

  3. Genau das ist mein Reden seit 100 Jahren.

    Früher, als ich mit dem Laufen begann, da nahm man sich genügend Zeit (sprich mindestens 2 Jahre) bis man seinen Körper wohl vorbereitet an den Marathon heran führte und dann auch entsprechend ” gesund ” und in einer relativ guten Zeit an kam.

    Heute ist es eine Frage des Man-tut-es, jeder muss mal, und im Hauruck-Verfahren läuft man eben mal ein bisschen und tritt dann relativ unvorbereitet die 42,195 km an mit mäßigem Erfolg und körperlichen Problemen, die manchen das Weitermachen dann vermiesen.

    Das ist auch für mich nicht Laufen, Laufen soll Freude bereiten, den Körper aufbauen und nicht zerstören.

  4. Hi, ich bin ein Nicht-Marathonläfer, und ich habe noch keine Angst so erstmal zu bleiben :)

    Nein, ernsthaft – es stimmt alles, was Du hier sagst. Ich wollte nur von einer anderen Seite drauf zu schauen.

    Ich bin kein großer Sportler, aber ich merke gerade, bei all diesen Trainingsplänen muss nicht nur der Körper, sondern auch die soziale Umgebung des Läufers an seine neue Lebensart herangeführt werden (und der Läufer soll sich an die Umgebung anpassen können). Das kann auch der Grund dafür sein, dass manche Sportler nach dem ersten Marathon aufgeben – weil genau da klar wird, wie viel Zeit in das richtige Training investiert werden muss. Wenn man Job, Familie und ein Paar Kinder dazu hat, dann wird es verdammt eng. Und wenn nur eine Teil davon beginnt zu wackeln, dann ist es aus mit dem Spaß am Laufen, unabhängig vom Fitness.

    Mit dem Training kann man, vermute ich, nicht nur Körper zerstören.

    ——

    Und was werden, übrigens, die Hersteller von Sportuhren machen, wenn wir alle endlich lernen, unseren Körper selbst hören zu können? ;)

  5. Wir sind da nicht die Zielgruppe.
    Wenn sich damit Geld verdienen läßt wird es poulär gemacht.
    Der Nachteil: Man wird selbst schnell in ein falsches Licht gerückt.
    Aber als Vorteil: Es wird einem ein breiteres Informationsspektrum geboten.

  6. Hallo Consta,

    da brauchste auch keine Angst zu haben – die Welt dreht sich auch ohne Marathon. Zeitmanagment ist ein sehr großes Thema, darüber könnten wir stundenlang reden und diskutieren. Ich glaube hier sollte jeder für sich den besten Weg suchen, ein allgemeines Heilmittel gibt es nicht.

    Hallo Margitta,

    früher sagten mir die Alten immer: Marathon laufen nur ganz, ganz erfahrene Läufer – davon ist nicht mehr sehr viel übrig. Die besten Beispiele werden wir jetzt am Wochenende in Berlin verfolgen können.

    Hallo Steffen,

    wissen wirklich alle Ultraläufer was sie da machen?

    Hallo Hannes,

    mache Du ruhig etwas Tempo auf kürzeren Strecken, damit legst Du jetzt den Grundstein für spätere, gute Marathonleistungen – wenn Du das überhaupt möchtest.

  7. Viele wahre Worte – auch die von Consta zum Zeitmanagement.

    Ich denke auch, dass man seinem Körper Zeit für die Anpassung lassen sollte, wenn man einen Marathon laufen möchte. Damals habe ich mir bewusst 2 Jahre genommen und es nicht über’s Knie gebrochen.

    Da hat man bei Medienspektakeln, wenn z. B. ein Elton Marathon laufen möchte (oder soll), natürlich keine Zeit zu. Das halte ich für bedenklich.
    Auch einen Marathon zu laufen weil man eine Wette verloren hat oder so halte ich für “suboptimal”.
    Man sollte es machen, wenn man es wirklich selber will. Für sich selbst; nicht für andere.

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